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Ein Hoch auf das Plastiksackerl, fahren wie der Hirscher und ein Wintermärchen


4. Tag: Sonntag, 16. Dezember

Strecke: Liubcova – Moldova Veche – Măcești (RU) – Bela Crkva (SRB)

Streckenlänge: 67 Kilometer

Der Schneefall macht keine Pause, alles rundherum ist weiß! Mit dem Rad wird die heutige Etappe zur Gänze nicht zu bewältigen sein, aber Tritt für Tritt und situationsbedingt entscheiden. Es kommt anders, nach der gestrigen «Winter-Tragödie» läuft heute alles wie am Schnürchen! Zur Vorbereitung: obwohl es gerade nicht en vogue ist, weil sehr böse, trotzdem: «ein Hoch auf das Plastiksackerl»! Sind mir gestern noch die Füße vor Nässe und Kälte fast abgefroren, kommt heute ein «Sackerl» über die Socken und siehe da – perfekt! Die Ausfahrt beginnt auf einer reinen Schneefahrbahn, weshalb gilt: «Carven wie der Hirscher», immer in der Spur bleiben, weil sonst ist man schnell im Out! Schneepflüge bringen Ordnung in das Chaos. Schnurgerade geht es, durch verschneite Landschaften, herzseitig immer den «Schdrom» entlang. Keine Menschen, kein Trubel, kein Verkehr, nur der «Schdrom» und Landschaft. Am anderen Ufer versinkt Serbien im Schnee, einzig die Festung Golubac erhebt sich über die weißen Massen. Etwas später meldet sich eine Grenz-Polizei-Streife. In Rumänien sind auch die «Kibera» außergewöhnlich freundlich, auf eine Pass-Kontrolle wird verzichtet, stattdessen werden Freundlichkeiten ausgetauscht – «Drum Bun», gute Reise! Auf die einzige Hunde-Attacke des Tages wird mit Gelassenheit reagiert und in Măcești verführt eine erdige Kneipe auf ein hopfenhaltiges Erfrischungsgetränk. Das gekennzeichnete Rauchverbot wird allseits leidenschaftlich ignoriert. Bei Pojejena zweigt die Straße ab vom «Schdrom», es geht durch die Berge. Zeit sich um eine Mitfahrgelegenheit zu kümmern. Das erste vorbeikommende Vierrad bringt mich und mein Zweirad über die Höhenmeter bis zur rumänisch-serbischen Grenze. Die letzten 13 Kilometer bis nach Bela Crkva rollen sich wie von alleine. Die Kleinstadt ist bereits eine alte, liebgewonnene Bekannte, nur diesmal wird es nicht der Campingplatz, diesmal gibt es ein gemachtes Bett. Einziger Wermutstropfen, in der Stadt gibt es ein Wasserproblem, die warme Dusche ist somit vertagt. Trotzdem, der Tag zusammengefasst: ein «Wintermärchen»!

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Schneechaos, Straßenhunde und drei Mal Danke Rumänien!


3. Tag: Samstag, 15. Dezember

Strecke: Kladovo – Orșova – Liubcova

Streckenlänge: 105 Kilometer

Der Tourstart steht unter dem Motto: «Coming Home For Christmas» (Chris Rea)! Wie alle Jahre wartet am 24sten zu Hause bei Mama und Papa ein «Fischerl im Bröselmantel», dazu ein Erdäpfelsalat. Und zu späterer Stunde gibt es ein Wiedersehen mit der Liebsten und den Kinderleins.
Am Einstiegstag warten ganze 105 Kilometer, bei TIEFSCHNEE, bis zur heutigen Schlafstation. Über Nacht ist der Winter über das Land gekommen, gekommen um zu bleiben. Auf weißen Straßen geht es retour in Richtung «Đerdap I» (Laufkrauftwerk Eisernes Tor I), auf der Staumauer entlang führt der Weg über die Donau auf die rumänische Seite. Die Grenzbeamten (beiderseits) sind aufgrund meiner Erscheinung amüsiert bis verwundert, aber immer freundich. In Rumänien laufen die Uhren schneller, es ist bereits eine Stunde später als auf der serbischen Seite des «Schdroms». Rumänien ist anders. Die 15 Kilometer vom Grenzübergang bis nach Orșova, sind keine Genuss-Strecke. Schwerverkehr im Sekunden-Takt, kein Pannenstreifen, teilweise schlechter Asphalt – kurz, eine Verkehrs-Hölle. Aber, schon nach wenigen Radumdrehungen bleibt ein Kleinbuslenker – unaufgefordert! – stehen um mich und mein Faltrad zu erlösen. Einfach so. DANKE!
Nach Orșova geht es «bergauf», leider nur mit der Fahrbahn-Steigung. Der Schneefall bleibt hartnäckig, das Weiß auf der Fahrbahn kaschiert die Straßen-Löcher und dann wäre da noch die Hinterbremse fast ohne Belag. Nicht nachdenken, treten, treten, weitertreten, … Bei Eșelnița verläuft die Straße wieder neben dem «Schdrom», immer auf der «Herz-Seite». Die Situation beruhigt sich. Kurzfristig. Labestationen sind so gut wie nicht vorhanden, eine einzige ist mir begegnet, eine mit kaputter Kaffee-Maschine. Das Verkehrsaufkommen wird  immer spärlicher, niemand unterwegs bei dem Sauwetter. Außer, Straßenhunde! Drei Attacken im Rudel, jeweils drei «Kälber» stürmen auf mich los und verfolgen mich lautstark. Äußerlich cool, gradeaus schauen, weitertreten, nichts anmerken lassen, schrillen innerlich die Panik-Glocken. Alle drei Mal nix passiert. Der Weg nimm kein Ende und das Gefühl in den nasskalten Füßen verschwindet. Weit und breit kein Automobil zum Anhalten. Bei einem Parkplatz mit Holztisch, Bänken und Unterstand wird halt gemacht um den Gaskocher anzuwerfen – Kaffe kochen und auftauen. Kaum ist das Heißgetränk  fertig, kündigt sich in der Ferne ein Vierrad an. Rufen, Winken, Bitten, … Es fährt vorbei, bremst, fährt retour und nimmt uns mit. Erfrierungen abgewendet. Die Retter heißen Tica (Vater/Fahrer), Flavius (Sohn) und Coco (Freund). Flavius spricht Englisch, versorgt mich mit Schokolade und teilt sein Erfrischungsgetränk mit mir. Direkt vor der im voraus gebuchten Unterkunft wird zur Verabschiedung ein Erinnerungs-Selfie geknipst. DANKE!
In der ersehnten Unterkunft (Pensiunea Sanella, direkt am Fluss) sind im Gastraum Tische aneinandergereiht und festlich geschmückt. Menschen kommen, ein bärtiger Mann sprechsingt, es wird Weihrauch geschwenkt, es wird gebetet, es wird gegessen – und – ich werde dazu (ausgehungert von einem mehr als anstrengenden Tag) eingeladen. DANKE!
Ein einziger Tag, drei wunderbare Begegnungen, die wären was für unsere heimischen «Krawall-Blätter» die ansonsten nur die rumänischen Gruselgeschichten erzählen. Gerädert und überwältigt von so viel Gastfreundschaft/Hilfsbereitschaft freu ich mich jetzt auf ein alkoholisches Erfrischungsgetränk! Im Übrigen: «Österreich muss Rumänien werden»!

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Danke Belgrad, liebgewonnene Bekannte und frühstücken am «Schdrom»


2. Tag: Freitag, 14. Dezember

Strecke: Belgrad – Požarevac – Veliko Gradište – Donji Milanovac – Kladovo (Bus)

Zwei Uhr in der Nacht, raus mit der ganzen doppelstöckigen Reiseladung! Männer, Frauen, Kinder, alle müssen den Bus verlassen um den ungarischen Grenzbeamten ihre Pässe persönlich vorzuführen. Im Gegensatz, die serbischen Grenzer geben sich mit den abgesammelten Reisedokumenten zufrieden. Licht aus, weiterschlafen! Kurz nach Fünf rollt der Doppeldecker über die Save in Belgrad ein, gefühlt ist es noch mitten in der Nacht. Belgrad ist anders, die Menschen geben bereitwillig und freundlich Auskunft, alles ist «kein Problem», auch das Brompton wird ohne Murren im Überlandbus nach Kladovo verstaut. Hop-On-Hop-Off! Abfahrt Punkt sechs Uhr. Nach einer kurzen Autobahnstrecke wird es ab Pozarevac ländlich, ab Veliko Gradište romantisch und ab Golubac führt die Piste direkt am «Schdrom» entlang. Auf der gegenüber liegenden, rumänischen Seite blitzen Schneeflecken von den sanften Bergrücken. Am Weg winken lauter alte, liebgewonnene Bekannte: Veliko Gradište, Golubac, Donji Milanovac, alles Ortschaften an der Donau die mir ans Herz gewachsen sind. Nach 16 Stunden Reisezeit rollt der Bus endlich in Kladovo ein. Ein kleiner Schock für zwischendurch, auf die Erneuerung meiner sträflich abgefahrenen Bremsbelege wurde bei der Wiedertüchtigmachung meines Bromptons vergessen.
Wie schon bei den letzten Besuchen in Kladovo ist das «sozialistisch» anmutende Hotel Đerdap die Schlafburg meiner Wahl. Achter Stock, Balkon, Ausblick auf den «Schdrom» und die rumänische Schwerindustrie auf der anderen Seite.
Ein Frühstück zur Mittagszeit, promenieren am Schdrom, eine Runde Müßiggang bevor morgen das Beintraining beginnt. Inzwischen hat der Nebel die Umgebung verschleiert und Schneefall setzt ein, das Wetter ist eindeutig wieder auf meiner Seite ; ). Nahrungsaufnahme und die nicht geschlafenen Stunden nachholen …

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Wien ist Glasgow, Erdberg ist Ostblock und flix mit dem Bus nach Belgrad


1. Tag: Donnerstag, 13. Dezember

Strecke: Wien – Budapest (HU) – Belgrad (SRB) (Bus)

Die Wiener Innenstadt spricht heute hauptsprachlich Englisch. Im Bermudadreieck drängen sich die Männer aus Glasgow, tragen Schals in blau-weiß-rot, hängen Transparente, haben ein Glas Bier in der Hand (noch vor der Mittagspause) und alle wälzen große Hoffnungen. Für nicht ballsportbegeisterte Menschen, heute Abend rittern die Glasgow Rangers gegen Rapid Wien um die Gunst der runden Kugel.
Derweilen in der Innenstadt der Alkoholpegel steigt werden letzte Reisevorbereitungen getroffen und eine möglichst «schlanke» Radtasche gepackt … Noch ein letztes Erfrischungsgetränk mit der Liebsten am Rochusmarkt. Gut erfrischt rollt es sich hinunter zum Busbahnhof Erdberg. Der internationale Busbahnhof Erdberg ist tiefster «Ostblock» von der unromantischen Seite. Oben eine vielspurige Autobahn, unten Beton. Ein grindiges Imbiss und ein nicht funktionierendes «50-Cent-WC». Die Münzen werden vom Automaten verweigert, das Drehkreuz bleibt undurchdringlich starr …
Das Faltrad wird im Bauch des Buses verstaut und der Passagierraum ist bis auf den letzten Platz belgt. Auch im Bus ist das «Häusl» fest verriegelt – «ein technisches Gebrechen», gesteht der Busfahrer. Ein Traumstart!
Zweck und Ziel der Reise sind zum einen dem vorweihnachtlichen Wiener-Punsch-Wahnsinn zu entkommen, zum anderen geht es um Bewegung in der frischen Luft und ein Rendezvous am «Schdrom» (© Ernst Molden, für die Donau). Der (angedachte) Reiseverlauf: Mit dem Bus nach Belgrad (SRB), gleich weiter nach Kladovo, einer Kleinstadt direkt am Fluß. Kladovo ist sozusagen der Kilometer Null, von hier aus geht es auf zwei Rädern zurück in Richtung Wien …
Die Grenze nach Ungarn ist inzwischen überschritten und der Druck auf die Blase steigt … Györ bringt Erleichterung, Budapest einen modernen Busbahnhof und den Anschluss-Bus nach Belgrad. Mein kleines Faltrad macht große Pobleme, will nicht mitgenommen werden, es bedarf einiger Wortverdrehungen und ein zarter Aufpreis lassen es letztendlich doch noch mitreisen. Aber vorwärts jetzt und ein bischen die Augenlider runterlassen.

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«Oldies but Goldies on Tour» (5): Omiš & Hinterland


Mittwoch, 24. Oktober

Zum Gaudium asiatischer Reisegruppen sind heute morgen die Römer in die Altstadt von Split eingedrungen. Arme Schweine in vertrottelten Kostümen. Mobile Bildermacher auf langen Stangen sind im Dauereinsatz! Schnell raus aus der Stadt …
Omiš:
Der Küstenort südlich von Split war einst eine Seeräuberhochburg. Heute ist Omiš ein fast harmloses Touristen-Dorf umgeben von hohen Felsen, mit einer herzeigbaren Altstadt, einer Burg, einem Fluss und einem ausgedehnten Strand. Gefährlich sind nur noch die Gehsteige, «Goldie-Karli» holt sich nach einem Sturz auf holprigen Umwegen ein blutiges Knie! Bis zum 94er ist alles wieder gut verheilt – versprochen!
Wir folgen dem Cetina-Fluss gegen den Lauf ins Hinterland. Felsendurchbrüche, geschundene Serpentinen-Straßen, steil abfallende Schluchten, traumhafte Ausblicke und ein Wasserfall. Aber irgendwann mündet auch die aufregendste Strecke in einer Autobahn und die führt retour nach Split. Das größte Abennteuer des heutigen Tages steht noch aus: bis der Tisch sich biegt, unser letztes Abendmahl!
Abendprogramm: im Bahnhofs-Tschocherl ist eine Bestellung nicht mehr von Nöten, der Herr Ober bringt automatisch das richtige Set – «Hvala» vielmals!

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«Oldies but Goldies on Tour» (4): Šolta


Dienstag, 23. Oktober

Im Gegensatz zum Schiffernakel nach Brač ist die Fähre nach Šolta fast leer. Eine kleine Hand voll Touristen und der Postbus mit den neuesten Nachrichten vom Festland.
Šolta:
Gerade einmal 57 Quadratkilometer klein, besitzt Šolta eine einzige Hauptstraße. 17 Kilometer lang von Maslinica bis Stomorska, dazwischen liegt der Hauptort der Insel, das verschlafene Grohote. Die Abwege von der Hauptroute sind an den Fingern einer Hand zählbar, eine Abzweigung führt in die Bucht von Nečujam. Die «Goldies» waren bereits vor 55 Jahren in Nečujam. Damals gab es noch keine asphaltierte Hauptstraße, keine Autofähre und so gut wie keine Unterkünfte. Die Melancholie fängt an zu schwingen: «Goldie» Eins an «Goldie» Zwei: «Damals, weißt du noch …, schön das noch einmal zu erleben!» Anders als Brač ist Šolta nicht XL sondern S, weniger überlaufen, es gibt unzählige lauschige Badeplätze und eine goldene «Sandnase» ins Meer hat Šolta auch. Klarer Punktesieg für Šolta!
Abendprogramm @ Split: same, same (in Worten: Bahnhofs-Tschocherl mit Meerblick)!

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«Oldies but Goldies on Tour» (3): Brač


Montag, 22. Oktober

Wir kehren Split den Rücken und widmen uns der Insel Brač. Die Fährlinie «Jadrolinija» verbindet das Festland mit den benachbarten Inseln.
Brač:
Die drittgrößte Adria-Insel wirbt mit ihrer Hauptattraktion, dem «Goldenen Horn», aber alles der Reihe nach. In Supetar legt der Schiffsriese an, entleert Pendler, Touristen und jede Menge Blech auf Rädern. Drei mehr oder weniger bemerkenswerte Stationen begegnen uns bis zu unserer Rückschiffung in Richtung Split. Ložišća im westlichen Teil der Insel liegt kriminell romantisch in Hügelwelten gebettet. Die einzige, einspurige Hauptstraße durch die Ortschaft wird abwechselnd jeweils nur in eine Richtung befahren. Der im Südwesten gelegene Küstenort Milna befindet sich bereits im Winterschlaf. Die Meute an Urlauber_innen ist längst abgereist, die meisten Lokale sind bumm zu und an den Ufern parken die unzählbaren Yachten der «Gstopften»! Die große Enttäuschung kommt zum Schluss an der Südküste bei Bol – das «Goldene Horn». Ein klingender Name für viele Tonnen Sand, die sich mehr oder weniger zufällig zu einer «Nase» direkt ins Meer hinaus geformt haben. Ein Schlaumeier aus der Tourismusindustrie hat dazu die Trademark «Goldenes Horn» erfunden und die Insel Brač verdient sich damit eine «Goldene Nase». Na Brač! Morgen wartet Šolta auf uns, die «kleine Schwester» von Brač.
Abendprogramm @ Split: same, same!

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«Oldies but Goldies on Tour» (2): Trogir, Primošten, Rogoznica


Sonntag, 21. Oktober

Geschlafen wie ein Kaiser. Gefrühstückt wie die Kaiser inmitten des ehemaligen Palastes. Wir widmen uns gestärkt der nahe gelegenen Nachbarschaft.
Trogir:
Um den historischen Stadtkern – Wohnhäuser und Paläste aus den Perioden der Romanik, Gotik, Renaissance und Barock – fließt Wasser herum. Reisegruppen drängen sich durch die engen Gassen der Kulissenstadt. Trogir diente als Drehort für das Karl-May-Abenteuer Winetou III: «Der Häuptling hörte die Glocken von Santa Fe und ahnte Böses … Old Shatterhand galoppiert durch die engen Steinstraßen um seinem Blutsbruder das Leben zu retten … Der Ausgang der Geschichte ist bekannt … der weiße Bruder scheitert, der edle Häuptling beißt ins Gras und hält Einzug in die ewigen Jagdgründe!
Primošten (Bild), Rogoznica:
Zwei ehemalige Fischerdörfer an der adriatischen Küste. Das Fischen ist mit den Jahren aus der Mode gekommen, inzwischen bringt der Tourismus die Butter aufs Brot der eingeborenen Bevölkerung. Allerdings, anders als in Trogir ist in Primošten und Rogoznica der Vorhang schon gefallen. Die Rolläden sind heruntergelassen und wo sich in den Sommermonaten noch die Massen zwängten ist es an diesem Sonntag Nachmittag mucksmäuschenstill. Die Cafés leer bis geschlossen. Einzig die Bronze-Statue des einsamen «Fischers» muss an der Strandpromenade ausharren.
Zurück in Split:
Meine lieben «Goldies» horchen schon an der Matratze, als übriggebliebener «Oldie» nehm ich noch einen letzten Schluck im Bahnhofs-Resti «Ferata» am Hafen mit Blick auf die Fähr-Schiffernakeln.

ps: für «Selfies» sind die Hände zu kurz, darum zwei «Goldies» im Bild und ein «Oldie» bedient den Auslöser.

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«Oldies but Goldies on Tour» (1): Split


Samstag, 20. Oktober

Diesmal ist es nicht der «Eiserne Vorhang», diesmal ist eine andere «Magical Mystery Reise» unter der Überschrift: «Oldies but Goldies on Tour»!
Zusammen sind wir 221 Jahre jung, alle drei noch grün hinter den Ohren mit großer Lust an berechenbaren Abenteuern. Berechenbar übersetzt ist gleich: Füße vertreten, Fischplatte essen, Erfrischungsgetränke kippen, Ausflüge in die nähe Umgebung, chillen, … Die großen Abenteuer haben wir bereits hinter uns, beziehungsweise stehen uns noch bevor … Die Akteure: Hermi (Tante), Karli (Onkel) und Mario (da Bua), gemeinsam sind wir ein unschlagbares, erprobtes (Reise)Team. In den nächsten Tagen gibt es «(unprofessionelle) Selfies & (semiprofessionelle) Kurznachrichten» von der Küste.
Split: Zweitgrößte Stadt Kroatiens, «Hauptstadt Dalmatiens» an der Adriaküste und der römische Kaiser Diokletian hat sich hier gleichermaßen verewigt als auch wohlgefühlt. In diesem Sinne: Leben wie die Kaiser!

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Ein unbestellter Begleiter, durch Ungarn durch und eine Zusammenfassung


13. Tag: Samstag, 29. September

Strecke: Bezdan (SRB) – Baja (HU) – Tata – Wien (AT)

Das Fisch-Paprikasch war ein Traum und unseren letzten Abend in Serbien verbringen wir zu dritt. Ein vierbeiniger Strawanzer macht es sich neben unserem Tisch auf der Terrasse gemütlich, begleitet uns auf dunklen Wegen bis zum Zelt und hält während unserer Nachtruhe Wache. In der Früh war er so unangekündigt verschwunden wie er unangemeldet aufgetaucht ist.
Ein letzter Blechhäferl-Kaffee an der Donau. Am serbischen Ufer ist die Sonne noch nicht angekommen, momentan erreicht sie gerade das kroatische Batina am anderen Donau-Ufer. Der Abschied fällt schwer, ab dem ungarischen Baja führt das große graue Band bis direkt zur Schrebergartenhütte in Wien-Wasserwiese. Eine letzte ungarische Nacht wird verworfen, es bleibt bei einer Verpflegungspause in Tata (im Bild). Ein harter Eintritt in die Festung Europa. Herausgeputztes Englisch, dicke Servietten, ein Pianospieler, geschliffene Kellner_innen. Das alles gibt es auch bei uns, also gleich nach Hause!
Noch eine kurze Zusammenfassung:
13 Reisetage. 12 Reisenächte, davon 11 im Zelt verbracht. 2.206 mit dem Automobil gefahrene Kilometer. 6 bereiste Länder (A, SLO, HR, BiH, SRB, HU). Wunderbare Ćevapi, traumhafter Fisch, exzellenter Vranac, ungezählte Pivo, …
Vielen Dank für’s Mitreisen, Blog lesen, … Im Dezember startet die nächste Tour, vorraussichtlich wieder mit dem Brompton Faltrad, geplant ist: den «Schdrom» gegen den Fluss entlang von Belgrad Richtung nach Hause, rechtzeitig zum Weihnachts-Fischerl!
Alles Liebe
Mario